Science behind Nutraceuticals

Presse

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Nahrungsergänzungsmittel im Sport



20.03.2008 | dk 

Gestärktes Immunsystem bei körperlicher Belastung

Experten stellen neue Studienergebnisse auf ENA-Kongress vor

Stuttgart, 1. März 2008 (dk) – Mit dem Thema „Nahrungs-ergänzungsmittel im Sport“ hat sich die European Nutraceutical Association (ENA) anlässlich ihrer diesjährigen internationalen Jahrestagung in Stuttgart auseinandergesetzt. Dabei wurde gezeigt, dass Nahrungsergänzungsmittel positive Effekte hinsichtlich oxidativen Stresses, Leistungsfähigkeit sowie Stabilisierung des Immunsystems erzielen können. Sechs Experten beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven. Dr. Manfred Lamprecht vom Institut für Physiologische Chemie der Medizinischen Universität Graz stellte eine aktuelle Studie zum antioxidativen Potenzial eines weitgehend naturbelassenen Obst- und Gemüsesaftkonzentrats in Kapselform vor. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Stabilisierung des Immunsystems und klare Verbesserung des antioxidativen Schutzes. Die randomisierte plazebokontrollierte Doppelblindstudie wurde bei einer physisch und mental stark geforderten Eliteeinheit der österreichischen Polizei durchgeführt. Zahlreiche Studien belegen, wie Professor Allan H. Goldfarb vom Department für Sportwissenschaften der Universität von North Carolina Greensboro berichtete, dass besonders bei körperlicher Aktivität oxidativer Stress entsteht. Personen, die sich nicht täglich ausgewogen ernähren, sollten daher antioxidative Supplemente zuführen. Das gelte insbesondere auch für sportlich aktive ältere Menschen.

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Mit Nahrungsergänzungsmitteln Muskelschädigungen vor-beugen

Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass sich besonders bei körperlicher Aktivität freie Radikale bilden. Das berichtete Professor Allan H. Goldfarb vom Department für Sportwissenschaften der Universität von North Carolina Greensboro. Je nach Dauer und Intensität des Trainings können sie belastungsindizierte Muskelschädigungen auslösen, bis hin zu Beiträchtigungen der Muskelkraft. Bei regelmäßigem Training kann der Organismus dem oxidativen Stress durch das Hochregulieren der körpereigenen antioxidativen Systeme entgegenwirken. Additiv und synergistisch wirken die antioxidativen Nährstoffe, die durch eine ausgewogene obst- und gemüsereiche Ernährung aufgenommen werden. Eine Supplementation von Antioxidantien empfiehlt Goldfarb für sportlich aktive ältere Menschen oder bei einem unausgewogenen Ernährungsstil.

Pulverisierte Obst- und Gemüsekonzentrate reduzieren Carbonylproteine und TNF-Alpha bei trainierten Männern

Dr. Manfred Lamprecht vom Institut für Physiologische Chemie der Medizinischen Universität Graz stellte eine aktuelle Studie zum antioxidativen Potential eines weitgehend naturbelassenen Obst- und Gemüsesaftkonzentrates in Kapselform (JPC = Juice Powder Concentrate) vor. Im Rahmen einer randomisierten plazebokontrollierten Doppelblindstudie bei einer physisch und mental stark geforderten Eliteeinheit der österreichischen Polizei wurde den 41 Studienteilnehmern über einen Zeitraum von 28 Tagen entweder Plazebo oder JPC verabreicht. Gegenstand der Untersuchung waren unter anderem die Carbonylproteine als Parameter des oxidativen Stresses sowie TNF-alpha als Immun- und Entzündungsparameter sowie die Anzahl Krankheitstage. Es zeigte sich, dass physiologischen Parameter in der Verumgruppe – verglichen mit Plazebo - hochsignifikant verbessert werden konnten (p < 0.001). Die Reduktion der Krankheitstage verfehlte mit einem P-Wert von < 0,1 nur knapp die Signifikanz. „Die Studienergebnisse zeigten eine deutliche Stabilisierung des Immunsystems und klare Verbesserung des antioxidativen Schutzes“, so das Fazit von Lamprecht. Dies ist bei Personen, die ständig erhöhten Belastungen ausgesetzt sind, von besonderer Bedeutung.

Oxidativer Stress und Nutrazeutika – Ein Literaturreview

Die Ergebnisse einer ausgedehnten Literaturrecherche zum Thema „Oxidativer Stress und Nutrazeutika“ für den Zeitraum 1990 bis 2008 stellte Universitätsdozentin Dr. Ingrid Kiefer vom Institut für Sozialmedizin der Medizinischen Universität Wien vor. Analysiert wurde der präventive Effekt antioxidativer Vitamine und sekundärer Pflanzenstoffe auf den oxidativen Stress. Die Auswertung umfasste 177 Humanstudien mit gesunden Erwachsenen, in denen der Effekt der Supplementierung auf Parameter des oxidativen Stresses laborchemisch überprüft wurde. Obst- und Gemüsesaftkonzentrate senken anderem die Lipidperoxide im Serum, die Plasma MDA-Konzentration, die 8-Hydroxydeoxyguanosin-Ausscheidung im Harn, die DNA-Strangbrücke und erhöhen die Oxygen Radical Absorption Capacity im Plasma.

Mögliche Wirkungen und Risiken von Nahrungs-ergänzungsmitteln im Sport

Sportler sind stets auf der Suche nach optimalen Ernährungsformen oder Supplementen zur Leistungssteigerung. Welche Wirkungen und Risiken dabei auftreten können, war Bestandteil des Vortrages von Professor Ron J Maughan vom Institut für Sport- und Trainingswissenschaften der Loughborough-Universität in England. Grundsätzlich sollten insbesondere Leistungssportler bei der Auswahl von Supplementen auf drei Dinge achten, so Maughan: Die tatsächliche Wirkung, mögliche Nebenwirkungen und insbesondere die Legalität gemäß der World Anti-Doping-Agentur (WADA)-Vorschriften. Jede Empfehlung für bestimmte Supplemente sollte sich daher ausschließlich an der vorhandenen Evidenz orientieren.

Körperliche Bewegung und Sport in der Prävention

Professor Paul Haber von der Medizinischen Universität, Wien, setzte sich in seinem Vortrag mit der Bedeutung von Bewegung und Sport für die Prävention auseinander. Er kritisierte den überwiegend sitzenden Lebensstil und die zunehmende Inaktivität des modernen Menschen. Das daraus resultierende steigende Körpergewicht erhöhe das Risiko für zahlreiche chronische Erkrankungen. Haber empfiehlt regelmäßiges körperliches Training, das sowohl eine Vermehrung der Muskelmasse als auch eine Verbesserung der maximalen Sauerstoffaufnahmefähigkeit (VO2max) bewirkt. Dann erst hat körperliche Aktivität einen wirksamen präventiven Charakter. Lebenslanges regelmäßiges körperliches Training, so Habers Resümee, ist die einzige wirksame Maßnahme, um körperliche Schwäche, Hilfs- und Pflegebedürftigkeit im Alter zu vermeiden.

Wer ist die ENA?

Die European Nutraceutical Association (ENA) ist eine Fachgesell¬schaft, die sich wissenschaftlich mit Nahrungsergänzungsmitteln auseinandersetzt. Im angloamerikanischen Sprachraum hat sich dafür der Begriff Nutrazeutika etabliert. Die ENA versteht sich als Partnergesellschaft zur American Nutraceutical Association (ANA), die 1997 gegründet wurde. Der Kongress, an dem über 300 Ärzte, Ernährungswissenschaftler, Diätassistenten, Pharmazeuten, Naturwissenschaftler und Sport¬wissenschaftler aus Europa und USA teilgenommen haben, fand in diesem Jahr zum vierten Mal statt.

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Abdruck honorarfrei / Beleg erbeten

Quellen:
Kongress „Nahrungsergänzungsmittel im Sport“, Symposium anlässlich der 4. internationalen Jahrestagung der European Nutraceutical Association (ENA), 1. März 2008, Stuttgart
Download unter: Detailprogramm und Abstractband (390 KB)

Referenten:
Eyrich, Peter, MD, Bavarian Medical Association, Munich, Germany / Goldfarb, Allan, Prof, PhD, University of North Carolina Greensboro, NC, USA / Haber, Paul, Prof., MD, Medical University of Vienna, Austria / Kiefer, Ingrid, Ass. Prof., PhD, Medical University of Vienna, Austria / Lamprecht, Manfred, PhD, Medical University of Graz, Austria / Maughan, Ron, Prof., PhD, School of Sport and Exercise Sciences, Loughborough UK / Prock, Peter, MD, European Neutraceutical Association, Basel, Switzerland, Spitz, Jörg, Prof., MD, Society of Medical Information and Prevention, Schlangenbad, Germany / Tulzer, Gerald, Prof., MD, Children’s Hospital Linz, Austria

Herausgeber:
European Nutraceutical Association (ENA)
Centralbahnstraße 7
CH – 4010 Basel
www.enaonline.org

Pressekontakt:
Dorothea Küsters Life Science Communications GmbH
Oberlindau 80-82, 60323 Frankfurt/M
Jutta Bednarz
T: 069 / 61 998-15; F: 069 / 61 998-19
bednarz@dkcommunications.de

Weitere Dokumente zur Tagung stehen als Downloads bereit:

- Pressebericht (46.5 KB)
- Kongressbericht (588 KB)
- Detailprogramm und Abstractband (392 KB)